Sonntag, 16. November 2008

Aguas Calientes - Cusco

...oder auch: HILFE, ICH GLAUBE ICH STERBE!!

Zunaechst fahren wir mit dem voellig ueberteuerten Touri-Zug (Foto -- die europaeische Orient-Express-Gesellschaft hat die Linie gekauft und die Politiker bestochen das Gesetz zu erlassen, dass Touristen nicht mit dem Einheimischen-Zug fahren duerfen - Abzocke pur, und das Geld fliesst zum groessten Teil nach Europa, die Peruaner haben da nix von!!) Richtung Santa Teresa. Das ist der kuerzeste Teil den man mit dem Zug fahren kann, um nicht wieder auf den Gleisen zu laufen.

Am "Bahnhof" dann besteigen wir ein Collectivo, das uns relativ guenstig nach Cusco bringen will. Das Auto sieht recht neu aus, irgendeine japanische Mischung aus Van und Gelaendewagen, mit 4-Wheel-Drive und jeder Menge PS. Allerdings schafft es der Fahrer, 14 Touris in die Kiste zu packen, die nicht fuer Europaer und Amis gebaut ist, sondern fuer Japaner. Es wird eng, heiss, staubig!

80 Kilometer uebelste Schotterpiste liegen vor uns. Der Fahrer hat es eilig und tritt aufs Gas, auf Schlagloecher, Kuehe und Kinder am Strassenrand wird keine Ruecksicht genommen. Als dann die Strasse hoch oben durch einen engen Canyon fuehrt, fangen wir alle richtig an zu schwitzen. Vor unuebersichtlichen Kurven wird gehupt, aber nicht vom Gas gegangen.

Hier ein paar Impressionen davon, aus dem Wagen fotografiert:


Natuerlich machen die Reifen nicht so gut mit und so haben wir unterwegs auch einen Stop, weil ein platter Reifen gewechselt werden muss. Getankt wird aus einem großen Eimer unter Zuhilfenahme eines Trichters (Foto). Irgendwann ist der Horror vorbei und wir erreichen Asphalt. Und hier geht der Horror weiter: So wie unser Fahrer jetzt aufs Gas tritt, in jeder Innen- und Aussenkurve mit quietschenden Reifen ueberholt, jede Kurve schneidet, auch wo man nichts sehen kann....da war mir sogar die Schotterpiste lieber!

Kurz vor dem Pass gibt es dann Probleme. Ein Erdrutsch versperrt die Durchfahrt. Fuer unseren talentierten Fahrer aber kein Problem, schliesslich ist ja immerhin schon ein bisschen davon abgetragen worden. Wir werden aufgefordert auszusteigen und die Blockade zu Fuss zu ueberqueren. Unser todesmutiger Fahrer holt Schwung und brettert den Schutthaufen hinauf. Oben angekommen drehen die Hinterraeder durch und das Heck driftet gefaehrlich Richtung Abgrund. Einen Moment lang denke ich, ich sehe meinen Rucksack nie wieder. Aber irgendwie schafft er es und wir koennen wieder einsteigen.

Nach dem Pass geht es bergab. Es wird aber nicht besser: Der rechte Hinterreifen, ueber dem ich sitze, verliert sehr schnell Luft. Das stoert unseren Fahrer aber nicht, er geht trotzdem wie Schumi in die Kurven, in jeder Linkskurve knattert der platte Reifen und der Wagen schlingert gefaehrlich am Abgrund vorbei. Es ist nicht leicht, sich mental darauf einzustellen, dass die Situation hier normal und voellig unter Kontrolle sei.

Naja, irgendwo nach vielen Kilometern ist dann auch eine Werkstatt mit einer Pumpe, wo das Rad wieder notduerftig gefuellt wird. Und irgendwann, nach tierischen sieben Stunden im engen Collectivo, haben wir dann auch Cusco erreicht, fast komplett. Das einzige, was fehlt: Daniels Kamera.

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