Mittwoch, 12. November 2008

Salkantay-Trek nach Machu Picchu (2)

Wir stehen sehr frueh auf und verlassen das Camp noch vor den Schweizern. Die Sonne scheint und wir haben einen tollen Blick auf den Humantay (Foto). Ich mache den folgenschweren Fehler und entnehme einem Gletscherbach Wasser, weil meins alle ist. Ich tue zwar etwas Micropur hinein, aber ich habe nur das chlorfreie zum keimfrei halten, nicht zum keimfrei machen dabei.

Auf der Ebene vor dem Humantay kaufen wir noch Cola zu horrenden Preisen fuer den Anstieg auf den Pass. Nun geht es rechts am Humantay vorbei und wir koennen den majaestaetischen Gipfel des Salkantay (6.271m) bewundern (Foto).

Hier treffen wir Juan, einen Mitarbeiter der hiesigen Nationalparkverwaltung. Er ist fuer die Beseitigung des Muells auf dieser Seite des Passes zustaendig. Juan begleitet uns bis zum Gipfel und zeigt uns die kuerzesten (und steilsten) Abkuerzungen (Foto). Ich muss ordentlich keuchen mit dem ganzen Gepaeck hinten drauf und brauche einige Pausen.

Wir treffen auch noch die Schweizerin, sie hat Hoehenkrankheit und wird deshalb auf dem Maultier transportiert. Juan indessen erzaehlt uns einiges ueber den Salkantay . Es ist ein Indio-Name, der soviel bedeutet wie "Wilder Berg", die schroffe, eisbedeckte Wand des Berges ist echt beeindruckend (Foto). Deshalb sollen die Inkas den Berg auch als Vater aller Berge verehrt haben, sagt Juan. Da oben sollen immer noch die Leichen von zwei Deutschen liegen, die beim Versuch der Erstbesteigung ums Leben gekommen sind. Alle Versuche, die Leichen zu bergen sind bisher gescheitert. Als ich erfahre, dass die Beiden Hitler-Schergen gewesen sein sollen, finde ich es nicht mehr schlimm.

Schliesslich erreichen wir den Pass auf 4.600m Hoehe (Foto). Es ist jetzt sehr kalt und leider ist die Sicht auf den Berg schon seit einiger Zeit verhangen. Man kann aber sehr gut die Seitenmoraenen des ehemaligen Gletschers bewundern. Die sind noch nicht bewachsen und abgetragen, der Gletscher kann also noch nicht lange geschmolzen sein.

Juan verabschi
edet sich, kriegt ein kleines Trinkgeld und wir gehen nach einer kurzen Pause weiter. Auf der anderen Seite kommt uns dichter Nebel entgegen. Wir wandern noch einige hundert Hoehenmeter hinab (Foto), bevor wir an einem Bach Reis mit Tomatensosse kochen. Wir werden gerade rechtzeitig fertig, bevor Regen einsetzt.

Weiter geht es immer steil bergab, bis wir uns auf ca. 3.800m schlagartig in dichtem Regenwald wiederfinden (Foto). Das ist mal ein krasser Uebergang! Der Regen hat aufgehoert und es wird nun schwuelwarm. Ich muss alle paar Meter anhalten und die Pflanzenvielfalt bewundern. Hier gibt es keinen Baum, der nicht mindestens von zehn Parasitenpflanzen bewachsen ist (Foto).

Auf etwa 3.400m finden wir dann ein wunderschoen gelegenes Camp, wo wir unser Zelt aufbauen (Foto). Es dauert nicht lange, da kommt auch schon die Karawane der Schweizer und die Helfer beginnen deren Lager zu errichten. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kommt die Familie dann nach. Nach einem kurzen Plausch kriechen wir auch schon frueh in die Schlafsaecke, denn der Tag war sehr anstrengend.

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